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Höhlen Semuc Champey: Abenteuer in Guatemala

Höhlen Semuc Champey

Das allererste Mal hörte ich von Semuc Champey bei einem Vortrag von Guatemala. Witzigerweise war es genau dieser Vortrag, bei dem Nick zwei Zuhörer aus dem Publikum pickte und sie auf die Bühne bat – NATÜRLICH war auch ich dabei 🙂 Ich ging also auf die Bühne, vor einige hundert Zuschauer, und folgte Nick’s Anweisungen.

In diesem Fall bat er uns, uns vorzustellen, dass wir in einer stockdunklen Höhle seien, in der kein elektrisch erzeugtes Licht zu finden sei. Das einzige, was einem Licht spendet, seien lange Kerzen, die man bei sich trägt. Ich sollte also vorführen, wie ich die Kerze wohl halten würde. Bis hierher kein großes Problem.

Doch dann wurde es spannend. Nick bat uns erneut, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen. Nur dieses Mal seien wir in einer Höhle, die kein elektrisch erzeugtes Licht bietet, in der aber zusätzlich auch noch meterhoch das Wasser stünde. Wie also würden wir nun unsere Kerzen halten, geschweigedenn schwimmen? Ihr könnt euch vorstellen, dass meine Vorführung auf der Bühne ziemlich lustig aussah, und das Publikum seinen Spaß hatte.

Nachdem wir bei dem Vortrag von „6 Jahre Weltreisen – die geilste Lücke im Lebenslauf“ waren, beschlossen mein Freund und ich, dass wir auf unserer nächsten Reise unbedingt nach Semuc Champey in Guatemala reisen müssten. Und so war es dann auch.

Das Abenteuer in der Lanquin-Höhle beginnt

In Natura waren die Höhlen und das ganze Abenteuer noch viel aufregender. Gemeinsam mit einem Guide geht es auf in die stockdunkle Höhle. Nach wenigen Metern schon kann man quasi nur noch die Hand vor Augen sehen, aber nicht wirklich viel weiter. Und plötzlich merkte ich das eiskalte Wasser an den Füßen. Immer tiefer gingen wir hinein bis wir schließlich nicht mehr stehen konnten. Die ersten Schwimmversuche gingen bei einigen schief und die Kerzen gingen aus. Doch Gott sei Dank hatte der Guide genug Reserven dabei. Zwischendurch gab es immer wieder Passagen, wo man festen Boden unter den Füßen hatte, doch ein Großteil der Strecke bestand aus Schwimmen.

Es ging rutschige Treppen und Steine rauf und runter. An einer Stelle der Höhle steht man plötzlich vor einer ca. 3 Meter hohen Steilwand, an der ein kleiner Wasserfall herunterkommt. In ihm hing ein Seil, an dem wir Stück für Stück durch den Wasserfall nach oben kletterten. Es war aufregend. Die ganze Höhle lag in einem schummrigen Licht und Rauch der Kerzen. Es herrschte eine magische und zugleich irgendwie bedrohliche Stimmung.

Wir waren sicherlich schon gute 20 bis 30 Minuten unterwegs bis wir ans Ende der Höhle kamen. Ich hörte schon von weitem das Geschrei einiger anderer Besucher, die nach und nach aus 3 Metern Höhe in ein dunkles Wasserbecken sprangen. Ich dachte mir: Das mache ich auch 🙂 Doch am Ort des Geschehens angekommen, sah ich, wie steil die rutschige Wand war, an der man hochklettern musste. Mir war ein wenig mulmig. Doch ich versuchte es trotzdem. Nach wenigen Schritten jedoch kam ich nicht weiter. Ich sprang also von nur ca. 1 Meter hinunter.

Als unsere kleine Gruppe mit den Sprüngen fertig war, ging es wieder zurück Richtung Ausgang. Und ich dachte noch: Das wäre ja schade, wenn es das schon gewesen sei und wir den gleichen Weg zurückgehen würden. Doch weit gefehlt.

Der abenteuerliche Sprung ins Ungewisse

Wir waren gefühlt schon fast wieder am Ausgang angekommen, da schlug der Guide einen uns noch unbekannten Weg ein. Er ging in einen max. 80 Zentimeter hohen kleinen Hohlraum in der Wand. Wir hatten gerade so Platz, uns dort hinzuhocken. Ich fragte mich, was wir dort wohl machen würden. Ich sah nur einen kleinen Wasserlauf, der zwischen zwei Felsen ins Dunkle stürzte. Uns gegenüber, auf einem der Felsen, hockte unser eingezwängt zwischen der tiefen Decke der Lanquin-Höhle und dem Felsen auf dem Boden. Er fing fleißig an uns zu erzählen, was wir machen sollten, und so langsam dämmerte mir, dass wir den dünnen Spalt hinunterrutschen sollten. Ehrlich gesagt war mir bei dem Gedanken ganz
schön mulmig. Doch ich konnte garnicht lange überlegen, denn nachdem der Erste unten war, war ich an der Reihe.

Unser Guide zeigte mir ganz bestimmte Felsvorsprünge, an denen ich mich festhalten sollte und mich dann einfach mit meinem Körper in den Felsvorsprung hängen sollte. Er hielt mich unter den Armen fest und noch: „Are you ready?“ – und dann ließ er los. Ich fiel 2 Meter die Tiefe unter den kleinen Wasserfall des Wasserlaufs ins Dunkle der Höhle. Als ich auftauchte, fehlte mir kurz die Orientierung, denn es war nach wie vor dunkel und das Wasser platschte mir auf den Kopf. Doch es dauerte nur wenige Sekunden und ich fand den Weg zu der anderen Person, die bereits unten wartete.

Ich dachte, mir bleibt das Herz stehen, war voller Adrenalin. Es war unbeschreiblich. Bereits einige Minuten später waren wir schon wieder draußen aus der Lanquin-Höhle. Ich konnte nicht glauben, was gerade passiert war und dass ich tatsächlich gesprungen war.

Wenn ihr nach Guatemala reist, dann solltet ihr die Lanquin-Höhlen in Semuc Champey in keinem Fall auslassen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Bilder der Lanquin-Höhle in Guatemala

Leider besitze ich keine GoPro und konnte damit auch keine Bilder von der Höhle machen, aber

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