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Die Laguna de la Cocha ist ein riesiger Kratersee im Süden Kolumbiens, nahe der ecuadorianischen Grenze. Ursprünglich hatte ich den See garnicht auf dem Schirm, aber selbst Einheimische haben mir auf meiner Kolumbien-Reise immer wieder gesagt, dass ich dort unbedingt hin muss.
Und da ich sowieso in Richtung Ecuador unterwegs war, habe ich mir den Abstecher zur Laguna de la Cocha gegönnt.
Ehrlicherweise hat mich der See nicht so ganz umgehauen, wie ich gedacht hatte. Das lag aber an der Reisezeit und dem doch recht bescheidenen Wetter. Ich bin Anfang August dort gewesen. Diesen Monat kann ich als Reisezeit nicht empfehlen. Mehr dazu aber später.
Ich denke, wenn du zur richtigen Reisezeit dort bist, dann ist es wirklich unglaublich schön.
Alleine die kleinen bunten Häuschen in Puerto sehen im Sonnenschein bestimmt toll aus. Diese Art Architektur hatte ich in Kolumbien noch nirgendwo anders gesehen.
Auch die Menschen hier unterscheiden sich in Kleidung und Erscheinungsbild von den Menschen in anderen Regionen. Ihre Gesichtszüge sind deutlich indigener, und ihr Kleidungsstil erinnert an eher arktische Regionen. Meistens tragen sie eine Art Poncho, der sie zu dieser Jahreszeit vor dem kalten Wind schützt.
Überall gibt es kleine Lädchen und Stände, wo auch du dir Mützen, Handschuhe und Ponchos kaufen kannst.

Laguna de la Cocha: Anreise
Du erreichst die Laguna de la Cocha am besten von Pasto aus. Pasto ist sowohl vom Süden aus (falls du aus Ecuador kommst) als auch vom Norden gut mit diversen Bussen zu erreichen.
Du kannst die kolumbianischen Busverbindungen gut auf dieser Seite checken. Hier werden zwar nicht alle Busunternehmen und Verbindungen angezeigt, aber für einen ersten Überblick ist sie super.
Von San Agustín oder Popayán zur Laguna de la Cocha
Ich persönlich bin aus San Agustín angereist. Ich war den ganzen Tag in Bussen unterwegs.
San Agustín nach Popayán
Von San Agustín ging es zunächst mit dem Bus um 5:30 Uhr morgens nach Popayán, wo wir um ca. 11:15 Uhr angekommen sind (35.000 COP / ca. 9,10 €).
Popayán nach Pasto
In Popayán habe ich dann sofort einen Bus nach Pasto genommen. Um 12:00 Uhr ging es in Popayán los, und um ca. 18:45 Uhr war ich im Bus Terminal von Pasto (30.000 COP / ca. 7,80 €).
Pasto zur Laguna de la Cocha
Jetzt folgte die letzte Etappe dieses langen Reisetages. Die „Collectivos“ (Sammeltaxen) zur Laguna de la Cocha fahren allerdings nicht direkt im Bus Terminal von Pasto ab, sondern ein paar Kilometer weiter weg.
Da es schon dunkel war, wollte ich nicht alleine durch Pasto laufen. Ich habe mir also vor dem Bus Terminal ein Taxi genommen. Das kostet bis zur Collectivo-Station 5.000 COP (ca. 1,30 €). Das Unternehmen für die Sammeltaxen heißt Cootrandes.
Die Sammeltaxen zur Laguna de la Cocha fahren los, sobald alle Plätze belegt sind. Ich musste also noch ein paar Minuten warten. Gegen 19:00 Uhr sind wir dann losgefahren. Das Ziel der Fahrt heißt „Puerto„. Das ist der kleine Ort, der direkt an der Laguna de la Cocha liegt.
Die Fahrt von Pasto zur Laguna de la Cocha dauert ca. 25 Minuten.
Bevor das Sammeltaxi in Puerto ankommt, hält es noch einige Male. Ein Stopp ist zum Beispiel der kleine Ort „El Encano„. Wenn du möchtest, dann kannst du auch hier aussteigen, um hier zu übernachten. Ich würde aber empfehlen bis Puerto weiterzufahren, um näher am See zu sein. Es gibt in Puerto einige Hostels und Cabañas, sodass du auf jeden Fall eine Bleibe finden solltest.
Laguna de la Cocha: Unterkünfte
Bei meiner Online-Recherche habe ich nur wenige Unterkünfte bzw. Hostels in Puerto finden können. Ich hatte also vorab ein wenig Bedenken, ob ich vor Ort etwas finden würde. Vor allem, weil ich so spät erst ankam.
Allerdings hatte mir die App Maps.me einige Cabañas angezeigt. Ich wusste also zumindest, wo ich hingehen konnte um zu fragen.
Jetzt weiß ich, dass ich mir garkeine Sorgen hätte machen müssen. Fast an jeden zweiten Häuschen hängt das Schild „Hospedaje“ oder „Cabaña“. Es gibt also massenweise Unterkunftsmöglichkeiten in Puerto. Ich weiß nicht genau, wie voll der Ort in der Hochsaison ist, aber als ich dort war, war es überhaupt garkein Problem eine Unterkunft zu finden.
Unterkunftspreise
Du solltest dich allerdings auf etwas höhere Preis einstellen. Es gibt an der Laguna de la Cocha keine Hostels mit Mehrbettzimmern. Zumindest habe ich nirgendwo etwas gesehen, dass einem klassischen Hostel nahe kommt. Die meisten Unterkünfte sind Cabañas, also kleine private Hütten mit eigenem Bad.
Mir wurde eine Cabaña für 50.000 COP (12,99 €) angeboten, die ich dann letztlich für 30.000 COP (ca. 7,80 €) bekommen habe. Das ist immer noch günstig, aber im Vergleich zu den meisten anderen Regionen recht teuer.

Ich hatte ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad und heißer Dusche. Ich würde hier (La Casita Encantada) auf jeden Fall nochmal übernachten. Auf dem Foto das Häuschen links war übrigens meins 🙂
Zelten an der Laguna de la Cocha
Mein eigentlicher Plan war es hier zu zelten. Die Suche nach Camping-Plätzen war online allerdings noch schwieriger als die Suche nach normalen Unterkünften.
Zum Schluss hatte per E-Mail Kontakt mit dem Hotel Waira*, da ich irgendwo gelesen hatte, dass man dort auch zelten kann. Es stellte sich heraus, dass ich auf dem Parkplatz hätte zelten können (inkl. Bad). Das hätte ebenfalls 30.000 COP gekostet.
Grundsätzlich wäre ich dort sogar lieber untergekommen als in Puerto. Allerdings hätte ich spät am Abend noch ein Boot zum Hotel organisieren müssen, und da hatte ich keine Lust drauf. Und da ich sowieso nur einen Tag dort bleiben wollte, lohnte sich der Aufwand meiner Meinung nach nicht.
Wenn ich aber im Sommer mehrere Nächte da gewesen wäre, dann hätte ich mich für die Camping-Variante im Waira entschieden. Das Hotel scheint direkt am See zu liegen, mit eigenem Anleger. Es ist also mitten in der Natur. Klingt super finde ich 🙂
Laguna de la Cocha: Ausflüge
In Puerto gibt es einen kleinen Bootsanleger, wo du diverse Touren zu unterschiedlichen Preisen buchen kannst. Die günstigste Tour startet bei 40.000 COP (ca. 10,39 €). Allerdings sind das die Preise pro Boot. Je mehr Leute, desto günstiger wird es also.

Ausflug für 40.000 COP
Da ich alleine war, habe ich mich für die günstigste Tour für 40.000 COP entschieden. Allerdings kann ich diese nicht empfehlen.

Mit dem Boot geht es rüber zur Insel La Corota, die mitten auf dem See liegt. Die Insel ist Nationalparkgebiet und geschützt. Der Bootsfahrer lässt dich am Anleger raus. Du hast ab jetzt maximal 20 Minuten Zeit dich auf der Insel zu bewegen. Sonst steigt der Preis auf 50.000 COP.

Auf der Insel gibt es einen kleinen Wanderweg, der an das andere Ende der Insel führt. Hin und zurück dauert es ca. 30 Minuten, sodass du diesen Wanderweg zeitlich nicht schaffen kannst. Ich bin lediglich ein paar Meter reingelaufen, habe ein paar Fotos gemacht, und bin dann zurück zum Anleger.

Normalerweise musst du für den Eintritt zum Wanderweg, der im Nationalpark liegt, nochmals 5.000 COP (ca. 1,30 €) Eintritt zahlen. Ich hatte Glück und konnte ein paar Meter reinlaufen ohne zu bezahlen.
Danach geht es zurück auf das Boot, das dann einmal um die Insel fährt. Die Fahrt dauert maximal 10 Minuten und dann geht es auch schon wieder zurück in den Hafen von Puerto.

Wenn du also eine Tour auf dem See machst, dann solltest du dich für eine ausgedehntere Tour entscheiden. Die Tour für 40.000 COP lohnt sich nicht wirklich, finde ich. Ich bezweifle auch, dass die 50.000 COP Tour befriedigend ist. Bei dieser hast du lediglich mehr Zeit auf der Isla Corota.
Wanderungen an der Laguna de la Cocha
Ich persönlich habe keinerlei Wanderungen auf eigene Faust unternommen. Dafür war die Zeit einfach zu knapp, und das Wetter wirklich schlecht.
Allerdings gibt es zahlreiche Wanderwege an den Ufern des Sees. Ich kann mir vorstellen, dass das im Sommer wirklich traumhaft schön ist.

Im Hafen von Puerto habe ich diese Karte fotografiert, die dir einen Überblick der Wanderwege und anderer Ausflugsmöglichkeiten gibt.
Laguna de la Cocha: Beste Reisezeit
Leider hatte ich in meinen 2 Tagen dort wirklich Pech mit dem Wetter. Es hat viel geregnet und am Abend kann es im August auch wirklich empfindlich kalt und windig werden.
Ich habe daher die Einheimischen gefragt, was die beste Reisezeit für die Laguna de la Cocha ist. Von mehreren Personen bekam ich die Info, dass es von Oktober bis November am schönsten sein soll.
Laguna de la Cocha: Banken und Geld
Wenn du dich für einen Abstecher zum See entscheidest, dann solltest du genug Bargeld mitnehmen. In Puerto selbst habe ich keinen Bankautomaten gesehen. Und viele Restaurants und auch mein Hotel haben keine Kreditkarte akzeptiert.
Fazit zur Laguna de la Cocha
Ich war zur falschen Jahreszeit dort. Es war abends echt richtig kalt und tagsüber meistens nebelig und regnerisch. Ich konnte die eigentliche Schönheit des Sees also nicht wirklich sehen. Für mich war es also kein Highlight in Kolumbien.
Ich glaube aber, dass es im Sommer wirklich traumhaft ist. Dann kannst du im warmen Wasser schwimmen gehen und die Natur in der Sonne genießen. Ich denke, dass die Laguna de la Cocha in den warmen Monaten auf jeden Fall einen Besuch wert ist.
Immerhin wird die Laguna de la Cocha auch der schönste See Kolumbiens genannt.
Schade, dass ich sie nicht im Sonnenschein sehen konnte.
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