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Schimpansen Uganda: Trekking Kibale Nationalpark

Schimpansen Uganda

Das Schimpansen-Trekking in Uganda macht man im Kibale-Nationalpark. Wir kamen an einem kleinen Gebäude an, welches sich als Ausgangspunkt für das Trekking herausstellte. Vor Ort waren nur einige wenige Ranger, unser Guide und eine weitere Mitstreiterin aus Israel. Mein Freund, sie und ich starteten an diesem Tag gemeinsam in das Trekking. Wir hatten also viel Glück, dass die Gruppe nur so klein war. Umso ruhiger ist der Moment mit den Tieren.

Zuerst bekamen wir eine kleine Sicherheitseinweisung durch den Guide. Der war übrigens bewaffnet, für den Notfall. Uns wurde erklärt, wie es zur Habituierung der Schimpansenfamilien kommt und wie diese durchgeführt wir, welchen Mindestabstand wir zu halten hatten, und wie man sich generell bei der Begegnung zu verhalten hat.

Die Wanderung zu den Schimpansen

Bereits nach wenigen Minuten mussten wir den ersten Bach überqueren. Danach ging es über Stock und Stein quer durch den Dschungel. Der Guide führte uns zuerst zu der Stelle, an dem die Schimpansen an diesem Morgen gesichtet wurden. Bis dahin waren wir eine knappe Stunde unterwegs und noch gut zu Fuß. Es war unglaublich warm und schwül. Leider hatte sich die Familie bereits aufgemacht. Also ging es auch für uns weiter. Wir trafen einige verschiedene Affenarten, die nicht so zurückhaltend waren, wie die Schimpansen bis dahin.

Affen Kibale
Affen im Kibale Nationalpark

Wir wanderten weiter und weiter und so langsam merkten wir, dass auch unser Guide ein wenig nervös wurde. Natürlich wird man vor Beginn darauf hingewiesen, dass man wilde Tiere sucht und diese sich nicht immer sehen und finden lassen, aber dennoch versuchen die Guides natürlich ihr möglichstes. Er stand ständig in Kontakt mit anderen Rangern, die in anderen Teilen des riesigen Kibale-Nationalparks ebenfalls für uns auf der Suche waren. Plötzlich, nach ca. 3 Stunden Wanderung, sahen wir plötzlich ein Weibchen mit Baby auf einem Baum sitzen. Sie war in Begleitung eines anderen ausgewachsenen Tieres. Sobald sie uns gesehen hatten, kamen sie vom Baum runter und machten sich auf dem Boden auf den Weg. Es war schwer Schritt zu halten, denn sie sind schnell unterwegs.

Letztendlich verloren wir sie und sie verschwanden im dichten Unterholz.

Schimpansenbaby
Schimpansenmutter mir ihrem Jungen

Doch unser Guide gab nicht auf. Wir zogen weiter durch das dichte Gestrüpp. Es verging wieder einige Zeit bis wir endlich die Nachricht eines anderen Rangers via Funk bekamen – sie hatten eine große Gruppe gefunden. Der Guide fragte uns, ob wir noch fit seien, und dass wir uns jetzt sehr beeilen müssten, wenn wir die Gruppe noch sehen möchten. Natürlich wollten wir weiter, obwohl wir natürlich alle schon sehr platt waren. Es ging also im Stechschritt durch den dichten Wald. Teilweise musste ich sogar joggen. Es ging bergauf und bergab, sicherlich 2 gute Kilometer lang. Es war unglaublich anstrengend. Doch dann war es endlich soweit. Wir hatten das Alpha-Männchen gefunden, das mit einigen Schimpansen-Weibchen versteckt in einem Busch saß. Als wir ihnen näher kamen, waren sie unglaublich entspannt und wir konnten sie in Ruhe beobachten.

Aber auch hier ging es schon nach wenigen Minuten weiter, denn plötzlich hörte man in der Ferne einen Schimpansenschrei. Das Schimpansen-Männchen stand auf und machte sie zielstrebig auf den Weg zu seiner Gruppe, und zeigte uns somit den Weg. Wir folgten ihm weitere 15 Minuten durch den dichten Wald. Und dann geschah es: er stellte sich auf seine Hinterbeine und lief, fast wie ein Mensch, schreiend auf ein anderes Männchen zu, das gerade versuchte ein anderes Weibchen zu lausen. Ich dem Moment blieb uns allen der Atem stehen, denn plötzlich war die ganze Schimpansengruppe um uns herum. Wir waren mittendrinnen. Es war unbeschreiblich.

Nach wenigen Minuten kehrte dann Ruhe ein. Es waren sicherlich 10 Schimpansen überall um uns herum. Zwei ließen sich auf einem großen umgefallenen Baumstamm nieder und lausten sich. Es war faszinierend. Wie Menschen strichen sie mit ihren Händen durch die Haare des anderen Tieres und pflegten sich gegenseitig.

Schimpansen Kibale Nationalpark
Schimpansen bei der Fellpflege

Dabei sahen sie immer entspannt aus und fast auch so als würden sie diese gegenseitige Pflege unglaublich genießen. Man spürte sofort das enge Band und das starke Sozialverhalten zwischen den Schimpansen. Sie gestatteten uns, dass wir uns nur wenige Meter von ihnen entfernt ebenfalls auf den Baumstamm saßen und sie beobachteten. Es herrschte eine unglaubliche Ruhe. Es war unglaublich, diese Tiere so nah vor sich sitzen zu sehen.

Schimpansen Uganda: ein kleiner Einblick

Genau wie beim Gorilla-Trekking im Bwindi-Nationalpark, ist es auch beim Schimpansen-Trekking üblich, dass die Verweilzeit bei den Schimpansen nicht länger als eine Stunde dauern darf. Danach werden die Tiere wieder in Ruhe gelassen. So war es auch bei uns. Es war schwer, sich loszureißen und den Mittelpunkt der Schimpansenfamilie zu verlassen, doch nach einer Stunde war auch unsere Zeit rum. Meiner Meinung nach völlig richtig so.

Wir entfernten uns also langsam von der Gruppe. Dabei mussten wir nochmals an dem Alpha-Männchen vorbei. Wir waren schon fast vorbei, da stellte er sich erneut auf, hielt sich links und rechts an zwei dünnen Baumstämmen fest, und schwang zwischen diesen hin und her. Jeder, der Schimpansen schon einmal gesehen hat, der weiß, wie bedrohlich das aussehen kann. Er schrie unfassbar laut in typischem Schimpansengehabe und rannte lautstark davon. Das war wohl seine Art, uns „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Danach verschwand er mit seiner Gruppe und wir konnten wieder weiteratmen 🙂

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